Als das Wunder in mein Leben kam

 

Seit ich denken kann, steckt mein Leben voller Geschichten…

und seit ich den Mut zu fassen „wagte“, ist meine Geschichte voller Leben. 

Eine Zusammenfassung meines Weges: Meine Lebensreise begann unweit der thüringischen Hauptstadt Erfurt in der ehemaligen DDR. Im Zuge der Grenzöffnung zog es meine Familie und mich gen Rheinland-Pfalz und von dort aus trieb es uns nach Nordrhein-Westfalen, wo ich die ersten Momente meines Seins bewusst wahrnehmen konnte.

Meine Schulzeit begann jedoch in Thüringen, nahm im Saarland ihren Lauf und endete  wieder in Thüringen. Der häufige Wandel der Umgebung ließ mich neugierig werden. Im Zuge meines Heranreifens lebte ich in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Überall begegneten mir kleine Wunder und überall trat ich mir ein Stück näher.

…Jene Nähe war mir von Grunde auf gegeben, doch diverse Schicksalsschläge und herausfordernde Momente schienen mich von meinem Seelenkern zu entfernen.

Angst und Panikattacken hielten Einzug, Leichtigkeit schwand und ohne sie kleideten sich bunte Augenblicke in dunkle Schleier. Ich verließ das Haus nicht mehr, verlor den inneren Komfort und Halt, trieb viele Jahre durch die selbstauferlegte Isolation, keine Gesellschaft, keine neuen Erfahrungen, kein Leben…bis mich ein Wunder ereilte und ich zu verstehen begann.

Selbstentrückung ohne Licht...

Lange Jahre bewegte ich mich lediglich für die Nahrungsbeschaffung in das Außen. Eigentlich ein Studium anvisierend, fand ich mich nahezu unbemerkt im Zustand gänzlicher Entfremdung und ich fühlte mich allein, unverstanden.

All die Träume jugendlichen Strebens erwiesen sich für mich als Illusion. Hinter dem Fenster stehend, blickte ich in den Garten des Lebens – ihn doch nicht erreichend.

Trotz dieser Widrigkeiten und des Gefühls innerer Gefangenschaft – in den Klauen der Angst „verweilend“ – gab ich die Hoffnung nicht auf, beschritt vor allem innerlich neue Wege und doch schien sich Stagnation wie ein Feuer über das Menschsein auszubreiten. Was ist, wenn einem nichts mehr bleibt? Wer ist „man“ dann?

Ich wuchs zu einem philosophierenden Wesen heran, welches den Kern zu erforschen suchte – mit dem Ziel, die Selbstheilung herbeizuführen. Mit jedem ungelebten Gedanken vergrößerte sich die Distanz nur noch mehr…und die Gewissheit, dass Träume lediglich Phantasien einer unerreichbaren Wirklichkeit sind.

Wenngleich dieser Ausgangspunkt ausweglos zu sein scheint, war es die Hoffnung, der mich der Tag nicht zu berauben vermochte und so blickte ich im Herzen wissend und vertrauend meinem Seelenruf entgegen.

...und doch mit einem zarten Glanz versehen

In mir wohnte stets ein ehrgeiziger Mensch, der sich einst einen klassischen Karriereweg wünschte und ihn im Zuge der omnipräsenten Angst aufzugeben hatte. Damals, ich bin etwa 25 Jahre alt gewesen, wurde mir der Lebenskampf zum Werdegang.

Ich erzürnte und Wut verbitterte mir das Leben. Ständiges Ruminieren inneren Leides brachte mich nicht voran. Perspektivlos, chancenlos und ohne Sinn trieb es mich dahin…bis ich mich an eine einstige Leidenschaft erinnerte. Was ist, wenn Kraftlosigkeit Einzug hält? Was hält und stützt uns dann, wenn die eigene Energie in weite Ferne rückt?

Leidenschaft!

Das Wort erhob sich selbst in mir. Ich begann für Auftraggeber zu verfassen. Meine Freude am Tun, die Bereitschaft zur Weiterentwicklung und die Passion für das Wort richteten mich erneut auf. Für einen Augenbllick mehrerer Jahre schlich sich mir der Sinn bald ein. Gute Einnahmen verschleierten den Blick auf die ungünstigen Konditionen. Ich glaubte, der Beruf der Texterin würde mich zur Freiheit geleiten und zwang mich doch täglich bis zu 16 Stunden damit zuzubringen.

Als mein Körper Grenzen setzte...

Im infiniten Tun gefangen, verdrängte ich meine Wirklichkeit, in welcher ich weiterhin in meinen vier Wänden gefangen war. Meine Tätigkeit suggerierte mir Erfolg und ich glaubte, so ich genügend Erspartes haben würde, dem Teufelskreis der Angst mit Ruhe begegnen zu können.

…In keiner Sekunde war ich mir nah, von Ehrgeiz getrieben, eine Parallelwelt schaffend. Eines Tages verlor ich die Fähigkeit zu essen. Beinahe hätte ich es nicht bemerkt, da es vorab bereits lange Anzeichen und einen Wandel bei der Nahrungsaufnahme gab. Ich vertrug kaum noch etwas, der Körper reagierte mit massiven Symptomen, großen Blutblasen im Mund, starkem Schmerz in der Speiseröhre…lediglich Kartoffeln und Brokkoli konnte ich essen…über lange Zeit hinweg.

Mit der fehlenden Zufuhr von Nährstoffen sank die Energie, etwas in Veränderung zu bringen…Segel in eine andere Richtung zu setzen. Zu spät! Noch immer für Auftraggeber, große Hersteller und Marken verfassend, kämpfte ich mithilfe des Agierens gegen die Erschöpfung an. Zwecklos.

…und auf einmal zeigte sich mir die Natur in all ihrer Herrlichkeit. Sie zu bewandern, wurde mir zu einem großen Ziel. Überwindung gelang, als ich mich meiner Bestimmung näherte. Von anfänglichen Touren hin zum alpinen Wandern bewegte ich mich zunehmend fort…und doch wollte die Energie aus der Freiheit nicht einkehren. Der körperliche Zustand war verheerend, schon bald wog ich lediglich 39 kg.

...und ich sie erkennen musste

Es ging nicht nur um das Wandern. Sobald ich wieder in meinen Gefilden war, verflogen die freudvollen Momente. Es glich dem Tropfen auf dem heißen Stein. Am Schreibtisch schrieb ich teilweise bis zu 10.000 Wörter am Tag. Zermürbend.

Plötzlich tat sich etwas Neues auf. Künstliche Intelligenz trat in Erscheinung. Sie wirkte und übernahm die Arbeit der Texter. In diesem Moment war mir klar, dass ich, Freundin der natürlichen Texte, als Texterin meinen Schreibtisch zu räumen und nach anderen Perspektiven zu suchen hatte. Verzweiflung. Wut. Enttäuschung. Hilflosigkeit. Hoffnungslosigkeit. Wohin nur?

Ich versuchte es weiter, doch kämpfte ich ohne Ziel. Agenturen beauftragten nicht mehr, einzelne Unternehmen ebenso wenig. Meine Entkräftung wurde durch die Frage nach der Zukunft und die damit verbundene Existenzangst zur Höchstform getrieben.

…Ich führte Ersatznahrung zu und hatte sogar damit Schwierigkeiten. Hinzukommend überrannte mich eine unbekannte Form der Verbitterung, begleitet von einer schlechten Stimmung und dem dauerhaften inneren Lamentieren. Die Welt ist mir schlecht geworden.

Ich hatte keine Kraft mehr und gab meine Tätigkeit auf. Was immer ich in den Jahren tat – Weiterbildungen, Arbeiten, Weiterbildungen, Arbeiten, Hoffnung kreieren, den Fokus auf Erfolge legend – nahm mir die Luft zum Atmen. Jetzt brauchte es dringend Unterstützung vom Schicksal.

Vom Boden aus den Himmel sehen

...Sein ohne Wertung

Am tiefsten Punkt angelangt, fehlte mir die Bereitschaft zur Handlung. Handlung verlangt nach Energie, welche längst nicht mehr meinen Alltag dominierte. Über die Handlung und ihre Bedeutung schreibe ich auch in meinem Buch „Entfremdung vom authentischen Ich – Was uns von uns selbst entfernt“.

Aus dem Hintergrund trat ein kleines Leuchten in Erscheinung. Beinahe hätte ich es nicht bemerkt und doch wusste es mich in seinen Bann zu ziehen. Es entstand ein neuer Raum im Inneren – fernab von allem, woran ich vorab glaubte: Zeugnisse, Zertifikate, Sinnerfüllung durch Geld und finanzielle Unabhängigkeit.

Dieser einst unübersichtlich große Raum schmälerte sich zu einem Bereich, in welchem ich nur noch mich zu sehen in der Lage war. Anders wäre ein Weiterkommen nicht mehr denkbar gewesen. Ich übte mich also darin, mich gänzlich auf mich zu konzentrieren.

So begann ich Zusammenhänge zu erkennen, ein Bewusstsein für die Bedeutung der Handlung zu entwickeln und zu entfalten. Aus der Bereitschaft für das Erkennen der vorhandenen Schwäche heraus, blieb lediglich die Energie für das Wesentliche.

Was dieses WESENTLICHE für mich gewesen ist, erfuhr ich an einem besonderen Tag. Das Verfassen war die einzige Fähigkeit, die ich mir erhalten konnte. Sie verlangte nach wenig Energie, da sie dem Herzen entsprang. Keinen Widerstand integrierend, begann ich ohne Wertung des Zustandes zu schreiben. 

...bedeutet Persönlichkeitsentfaltung

Ruhe trat hinzu, wann immer ich mich mit mir selbst beschäftigte, mich kennen zu lernen bereit war, mein Wesen entdeckte und meinem Körper liebevoll entgegentrat. Die Wahrnehmung der Bedürfnisse war der Ausgangspunkt der Liebe, welche ich während der Selbstwertschätzung empfand. Vor allem aber war es das Handeln, welches mir dies überhaupt ermöglichte.

Das kindliche Spiel der Neugier machte mich mir interessant. Ich wollte also mit Eifer erfahren, was meinem Seelenruf entsprach. Wann immer Unruhe hinzutrat, ließ ich sie vorüberziehen und entschloss mich zu einem Augenblick des äußeren Nichts-Tuns.

Es brauchte zunächst keine großen Sprünge, um bei mir selbst anzugelangen. Wohl aber ein wenig Motivation unter dem Mantel der Selbstliebe. Offenheit und Bereitschaft. Ich verstand täglich mehr über mich und die Welt, was erneut zur inneren Ruhe geleiten sollte. Dazu gesellten sich allmählich Geborgenheit und jene Sicherheit im Inneren, welche ich mir zeit meines Lebens durch finanzielle Unabhängigkeit zu schaffen suchte.

…Nun stand ich voller Begeisterung vor einem unglaublichen Wissensschatz, der die Freude wieder zuließ und Leichtigkeit in das Leben einlud. Wem immer ich davon erzählte, der blickte mir mit Faszination entgegen und wollte mehr erfahren. So bemerkte ich, dass meine Erkenntnisse vielleicht auch für andere Menschen von Bedeutung sind und schuf neuen Raum zur Potenzialentfaltung.

Erfahrungen teilen...

Ich begann damit, Artikel zum Thema Persönlichkeit und Potenzialentfaltung für die am Kiosk erhältlichen Zeitschriften AUSZEIT und ich bin zu verfassen.

Die Freude daran geleitete mich unweigerlich zu größeren Projekten, im Sinne von Büchern zu diesem Themenkomplex. Dabei konzentrierte ich mich weniger auf die Veröffentlichung von (ohnehin in der Überzahl zu findenden) Ratgeberbüchern im Sinne von „In 10 Schritten zu…“ oder „…in nur wenigen Wochen“. Mir schwebte eher vor, den Themen ihren Tiefgang zu geben, sie zu verstehen. Durch das Wissen sind Menschen im Stande, Widrigkeiten zu überwinden und zu sich zu gelangen. Wissen beruht auf Handlungen, sodass sich Körper und Geist vereinen, um der Seele ihre Vielfalt zu verleihen.

In meinen Büchern teile ich meine Erfahrung und mein Wissen mit meinen Lesern. Dabei erhebe ich keinen Anspruch darauf, universelle Antworten zu liefern. Aus meiner Perspektive liegt die Antwort auf brennende Fragen in jedem von uns selbst und ist dort nicht für die gesamte Menschheit in Stein gemeißelt. Manchmal können aber die Antworten eines anderen Menschen hilfreich sein und vielleicht sogar den Schlüssel zu eigenen Antworten geben. Dies ist, was ich mir für meine Leser und mich als Autorin wünsche.

Im Zuge der eigenen Persönlichkeitsentfaltung haben wir während unserer Zeit als Mensch auf gleiche Fragen unterschiedliche Antworten. So kann es vorkommen, dass heutige Antworten schon morgen als überholt gelten. Und ebenso entwickeln sich auch meine Bücher weiter und mit ihnen die darin enthaltenen Erkenntnisse.

...Mein Weg als Autorin

Ein weiterer Kern meines Schaffens und Kreierens als Autorin gilt meinen Romanen. Bislang schlummern sie in meinem Schreibtisch und warten auf ihr eigenes Aufblühen. Die Kombination aus Belletristik und Sachbüchern ist für mich von unschätzbarem Wert. Beides vereint sich zum Leben und für dieses Leben stehe ich mit Gewissheit ein, denn dies bin ich und darf ich sein.

Ich begreife den entdeckten Zugang zu meiner Passion als das Wunder meines Lebens. Mit dem Verständnis über das eigene Tun und Sein erhalte ich einen Blick für die Welt, den ich ohne meine gelebte Leidenschaft nie hätte erreichen können. Und zu dieser Erkenntnis tritt eine weitere hinzu: Das, was Angst und Sicherheit kreiert, ist der Verlust des Menschen, der in uns wohnt.

Mit diesem Wissen möchte ich ebenso erreichen wie mit glanzvollen Geschichten, die das Leben schreibt oder die in ihrer phantastischen Art und Weise bezaubernde Momente schaffen. Wenn wir unserem Herzen folgen, so gestalten wir unser Leben so, dass es sich wohltuend anfühlt. Glück hält automatisch Einzug, denn jenes ist weniger das Ergebnis des Zufalls als der Erkenntnis über die Bedeutung des Selbstwertes.

Vom Himmel aus den Boden sehen

...vom großen Ganzen

Als ich meine Persönlichkeit verstand, sie in Selbstwert und Selbstliebe gebettet wahrnahm, gewährte mir das Leben einen Überblick über alles. Wie ein Adler, bewegte ich mich über das einstige Puzzle des Daseins, dessen Teile ich in früheren Jahren nicht sehen und kombinieren konnte. Durch das aktive Auseinandersetzen mit meinem – von anderen Menschen nicht eingefärbten – Wesenskern, war mir das entstehende Bild auf einmal klar.

Ich wusste die Teile miteinander zu verbinden. Es ist immer leicht, etwas fertigzustellen, lediglich der Beginn erwartet von uns Mut und Offenheit für das Lernen. Meine Seelenreise aus der Luft brachte die Bodenstruktur hervor, Risse, Löcher traten in Erscheinungen. Ihr Ausmaß zu sehen, bedeutete für mich, meine erlebten Schicksallschläge bezüglich ihrer Folgen in Auflösung zu bringen. Den Boden erneut zu einem Nährboden zu machen und dabei die für mich schlimmen Erfahrungen als Begleiter hin zu meiner Potenzialentfaltung zu begreifen. Und dabei verspürte ich unaufhörlich den Drang, der ganzen Welt von dieser Erkenntnis zu erzählen.

Wenn Wandern heilsam ist

Seit Anbeginn meiner Zeit schrieb ich im Geiste eigene Geschichten, doch Geschichten verlieren ohne inneres und äußeres Handeln an Farbkraft. Es braucht Erleben, um Bücher lebendig werden zu lassen. Dieses Wissen ereilte mich, als es eines Tages an Worten fehlte. Und ich begab mich auf die Suche nach den Emotionen, die ich für mich bei Bergwanderungen erhielt. Freiheit im Kopf und in den Gliedern, Herausforderungen und doch Verweilen. Das Wandern war ebenso mächtig wie heilsam für mich.

Ich erinnere mich an alpine Wanderungen zurück, denen ich mich anfangs nicht gewachsen fühlte. Weiterhin lief ich mit einer Freundin um den Bodensee und in diesem Jahr wird es der E5 sein, den ich bewandere. Große Ziele brauchen kleine Schritte, um als groß wahrnehmbar zu werden. Denn, was ist Größe, wenn das Kleine nicht von Bedeutung ist?

Als ich mich mit der Wahrheit der Bedeutung kleiner Schritte als große Reise konfrontiert sah, führte das Wandern nicht nur zur Loslösung von der Angst, sondern auch zur inneren Balance, Ausgeglichenheit.

...und Ängste Leichtigkeit begegnen

„Grenzenlos wird dir der Geist, wenn du dein Ich vom Muss befreist.“ 

 – Aline Raschkowski –